Regionales Schmerzzentrum der DGS - Dresden

Psychologie

Jahrelange Schmerzen führen oftmals zu starken Beeinträchtigungen im täglichen Leben. Die Arbeitsfähigkeit wird häufig eingeschränkt und die Freizeit kann nicht mehr so gestaltet werden wie in schmerzfreien Zeiten. Diese Faktoren können zusätzlich zum Schmerz sehr belastend sein und auch zur Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit führen.

Umgekehrt wirken sich aber auch private und berufliche Belastungen, Stress, Sorgen, Ängste, sowie biografische Ereignisse auf die Entstehung und die Aufrechterhaltung von Schmerzen aus.

Aufbauend auf aktuellen Forschungsergebnissen und der praktischen Erfahrung, dass Schmerz und Psyche eng miteinander zusammenhängen, fordern nationale und internationale Institutionen zur Beforschung des Schmerzes seit Jahren Behandlungskonzepte, die sowohl die körperliche als auch die seelische Dimension des Schmerzes beachten. Diese Forderung zu erfüllen haben wir uns zum Ziel gesetzt und so ist die Beachtung seelischer Faktoren ein wichtiger Bestandteil unseres ganzheitlichen Behandlungskonzeptes. 

Behandlungsmethoden

Psychosoziales Screening

Studien haben gezeigt, dass insbesondere beim Übergang von akutem zum chronischen Schmerz psychosoziale Faktoren ein wichtige Rolle spielen. Dazu gehören u.a. Arbeitsstress, Ängste, familiäre Sorgen, aber auch der Umgang mit Schmerzen und das psychische/seelische Befinden des Patienten. Gemäß aktueller Leitlinien zur Behandlung des Schmerzes sind Ärzte und Therapeuten deshalb angewiesen, diese Risikofaktoren zu finden, um den betroffenen Menschen bestmöglich helfen zu können. Am Anfang der psychologischen Gespräche erfassen wir deshalb im Gespräch und mittels standardisierter Fragebögen diese Faktoren. Ziel dabei ist es, ein für den Patienten geeignetes und stimmiges Behandlungsmodell zu entwickeln. 

Psychoedukation Schmerz

Insbesondere bei chronischen Schmerzen laufen im Körper eine Vielzahl von Regulations- und Verschaltungsmechanismen ab, die schmerzverstärkend, aber auch schmerzlindernd wirken können. Ein wichtiges Ziel der Psychoedukation ist es, Wissen darüber zu vermitteln, welche Prozesse bei Schmerz im Körper ablaufen, welche Aufgaben Schmerzen für uns Menschen erfüllen können, sowie Zusammenhänge zwischen Schmerz, Stimmung und Anspannung zu verdeutlichen. Mithilfe dieses Wissens werden zudem Möglichkeiten aufgezeigt, auf Schmerzen und die Schmerzwahrnehmung einzuwirken und die Lebensqualität zu erhöhen.

Kopfschmerz und Migräne

Treten Kopfschmerzen häufig auf und sind mit den eigenen Bewältigungsmechanismen (z. B. Ausruhen, Einnahme handelsüblicher Medikamente) nicht mehr in den Griff zu bekommen, steigt der Leidensdruck der Patienten oftmals sehr stark an. Nicht selten führen die Schmerzen dann zu häufigen Fehlzeiten am Arbeitsplatz oder in der Schule. Ist dies der Fall, sollte in Erwägung gezogen werden, neben einer medikamentösen Prophylaxe auch nichtmedikamentöse Bewältigungsstrategien zu erlernen.

Um diesem Behandlungsanliegen gerecht zu werden, bieten wir unseren Patienten eine Kopfschmerzschulung an. Diese findet in der Kleingruppe an 2 Terminen statt. Im Rahmen dieser Schulungen vermitteln wir unter anderem Informationen zu den Symptomen und Ursachen der einzelnen Kopfschmerzerkrankungen (mit den Schwerpunkten Kopfschmerz vom Spannungstyp und Migräne), den Zusammenhängen von Stress und Kopfschmerzerkrankungen, sowie Bewältigungsmöglichkeiten (z.B. Stressbewältigungstraining, Entspannungstechniken). In ein bis zwei sich anschließenden Einzelterminen können die in der Schulung erworbenen Inhalte ganz individuell auf das Leben der Patienten zugeschnitten und ein persönlicher Behandlungsplan entwickelt werden. 

Biofeedback

Zustände und Vorgänge im Körper, die wir normalerweise nicht oder nur schwer wahrnehmen und verändern können, werden mit Hilfe technischer Mittel sichtbar gemacht. Beispielsweise können mit dieser wissenschaftlich fundierten Technik die Muskelspannung oder die Gefäßweiten der Schläfenarterien auf einem Computerbildschirm dargestellt werden. Die Patienten sollen lernen, diese Parameter zu verändern. Damit können sie die Stressreaktionen des Körpers mindern und positiv auf den Schmerz einwirken. Zur Stressdiagnostik und zum Entspannungstraining nutzen wir derzeit die Messung der Herzratenvariabilität, zur Migräneprophylaxe das Vasokonstriktionstraining.

Stress/Coaching

Die Belastungen des Alltags sind vielfältig, die Ansprüche, die an den Einzelnen gestellt werden, nehmen immer mehr zu. Eine häufige Folge sind Überlastung und Burnout. Dass diese Faktoren den Schmerz verstärken können, erleben viele Patienten tagtäglich aufs Neue. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diese Beobachtungen. Gemeinsam mit dem Therapeuten werden Ihre individuellen Stressoren identifiziert und Strategien zum Stressmanagement erarbeitet. 

Entspannung

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Schmerzen spielen Anspannung und Verspannungen eine entscheidende Rolle. Mit Hilfe verschiedener Entspannungsmethoden können Sie lernen, bewusst zu entspannen und einen Ausgleich zu Anspannung und Belastung zu finden. Angeboten werden unter anderem progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training, Entspannung mit Hilfe von Imaginationen sowie Übungen aus der Tiefenentspannung/Hypnotherapie.

Dipl.- Psych. Juliane Göbel
Psychologische Psychotherapeutin, Spezielle Schmerz Psychotherapeutin

M. Sc. Klin. Psychologie Nadine Eiterich                  Psychologische    Psychotherapeutin  

Dipl. Psych. Anne Seifert          Psychologische    Psychotherapeutin

Dipl. Psych. Kristin Heiber       Psychologische    Psychotherapeutin

Dipl. Psych. Stephanie Preiß      Psychologische    Psychotherapeutin

Dipl. Psych. Wiebke Rudloff      Psychologische Psychotherapeutin